Doppelhaushälften, 2005-2007

// Jedes Motiv 80 x 60 cm und 50 x 40 cm // Auflage 5+2 AP // Epsilon- bzw. Lambda-Prints //

Andreas Machanek porträtiert in den 1930er Jahren entstandene Doppelhäuser:
„Man spricht von einem Doppelhaus, wenn zwei Häuser auf zwei benachbarten Grundstücken an der Grundstücksgrenze aneinander gebaut sind. Die beiden Hälften sind dabei sehr ähnlich gestaltet, oft mit spiegelsymmetrischer Fassadengestaltung und Grundriss. Damit erscheint ein typisches Doppelhaus als ein einziges symmetrisches Haus mit zwei separaten Eingängen.“
Quelle: http://www.a-plus-b.de/35-infothek/neubau/87-dh-doppelhaus
Im Sinne dieser Definition fotografiert Andreas Machanek atypische Doppelhäuser. Seine Serie zeigt nicht nur Kombinationen zum Teil sehr unterschiedlich gestalteter Hälften, auch die eigentliche Hausform ergibt sich erst im Zusammenwirken zweier Doppelhaushälften. Auffällig oft scheint ihre Gestaltung wie ein Spiegelbild der Vorstellungen, Wünsche und Möglichkeiten der jeweiligen Bewohner und Sinnbild einer Suche nach Identität und Individualität; vielleicht auch gerade in Abgrenzung zu benachbarten Außendarstellungen. Dabei dokumentieren die Aufnahmen die ganze Bandbreite verschiedenartiger Grenzziehungen zwischen öffentlichem und privatem Raum. Zugleich richtet sich das Interesse des Künstlers auf den Aspekt der Zufälligkeit, in der nicht selten zwei eigentlich fremde Hälften aufeinander treffen und ein Ganzes ergeben, das wiederum mehr aussagt als die Summe der einzelnen Teile. Jeweils unter konstanten Aufnahmebedingungen fotografiert und bei sich wiederholender präziser symmetrischer Bildaufteilung, raubt der frontale Blick von Andreas Machaneks Kamera den Häusern jegliche Plastizität. Die Fotografien der Serie wirken trotz unterschiedlichster Materialien, Fassaden, Vorgärten etc. nicht ausschließlich divergent, sondern darüber hinaus oft ebenso komisch wie uniform.
Autor: Michael Krupp


Ausstellungsansicht (Fotos: HDA Graz), 2008