Während dieser Sekunde, 2004

Präsentationsentwurf (Montage), 2017

Gesichter mit geschlossene Augen, die sich jeweils nur für einen kurzen Augenblick öffnen. Der zeitliche Verlauf stellt eine Umkehr dar: für die Dauer, während der die Augen sonst geöffnet sind, bleiben sie geschlossen, für den sonst kurzen Moment des Lidschlags öffnen sie sich.

„[…] Seit seiner letzten Begegnung mit F. denkt er daran: das Auge: das Fenster der Seele; das Zentrum der Schönheit des Gesichts; der Punkt, in dem sich die Identität eines Individuums konzentriert; aber gleichzeitig ein Sehwerkzeug, das ständig gesäubert, befeuchtet, mit einer speziellen Flüssigkeit mit einer Dosis Salz gepflegt werden muss. Der Blick, das größte Wunder, das der Mensch besitzt, wird zum säubern also regelmäßig von einer mechanischen Bewegung unterbrochen. […] Man ist es nicht gewohnt, sich das Lid bewusst zu machen. Er sagt sich: nichts sehe ich öfter als die Augen der anderen, das heißt die Lider und ihre Bewegung. Und doch registriere ich diese Bewegung nicht. Ich unterschlage sie bei den Augen, die ich vor mir habe. […].“
Aus Milan Kundera: „Die Identität“